Meine Gedanken

Ein kleiner Einblick in meine Arbeit

Bei meinem Job halte ich mich etwas bedeckt. Hauptgrund ist, dass ich mit Kindern arbeite und somit alles streng vertraulich ist. An Privatschulen wird einem dies noch mehr eingebläut als an öffentlichen Schulen. Alles ist doppelt und dreifach gesichert – sei es mein Zugangspasswort oder der Schulhof.

Heute werde ich eine kurze, gut überlegte Rubrik über meine Arbeit schreiben. Abgesehen von dem Offensichtlichen (Essstäbchen in der Mensa) gibt es weitere Punkte, in denen sich das Unterrichten an einer internationalen Privatschule in Korea von einer staatlichen Schule in Deutschland unterscheidet.

…die Jahresuhr steht niemals still!

Mundschutz in der Schule ist ausdrücklich erlaubt: Der Mundschutz bildet eine Barriere zwischen Mund und Umgebung. Erkältete Schüler sollen Mundschutz tragen, um die Ausbreitung von Viren zu reduzieren. Wenn sie sich mündlich beteiligen, ziehen die Schüler den Schutz normalerweise ohne Aufforderung nach unten.

Mottowochen: Das ist definitiv dem nordamerikanischen Einfluss unserer Schule geschuldet: Wir haben viele Mottowochen, welche zur Stärkung des Schulzusammenhalts dienen. Etwa 90% der Schüler nehmen begeistert an Mottotagen teil – für alle Anderen gilt Uniformpflicht. Auch wir Lehrkräfte dürfen und sollen natürlich an den Tagen teilnehmen. Ich liebe Mottotage immer noch genau so, wie ich sie als Austauschschülerin in Kanada geliebt habe! 🙂

Das Posthorn haben meine Schüler mit Hilfe unseres Laser-Cutters aus schwarzer Klebefolie ausgeschnitten.

Reit-AG im Pferdestall von Gangnam Style: Psy hat den Royal Saddle Equestrian Club für eines der berühmtesten Musikvideos zweckentfremdet. 120 Euro für eine Stunde reiten passt leider nicht in mein Budget… Ich freue mich jedoch riesig darauf, unsere kleinen Nachwuchsreiter in den kommenden Monaten zu begleiten!

Ausstattung: Alle Schüler ab Klasse 4 und alle Lehrkräfte besitzen ihr eigenes Macbook Air oder Macbook Pro, alle Computer sind von Apple und iPads stehen zur freien Verfügung. Wir haben einen 3D-Drucker und wir sind die einzige Schule in Seoul mit einem in allen Räumen verbundenen Luftfilter-System. Man kann sich das in Deutschland schwer vorstellen, aber besonders die Luftfilter sind für Eltern ein attraktiver Pluspunkt wenn es um die Wahl der Schule geht. Die Ausstattung ist hervorragend.

Luftfilter-Anlage in meinem Unterrichtsraum

Drinnen-Pausen: Der Hauptgrund für Drinnen-Pausen? Schlechte Luft. Anhand der täglichen Messung des Luftwertes wird entschieden, ob die Kinder draußen spielen dürfen. Frische, klare Luft ist ein Luxus, den ich in Deutschland als selbstverständlich angesehen habe. Gleichzeitig kann ich jedoch sagen, dass die Luft in Seoul längst nicht so schlimm ist wie in Großstädten Chinas oder Indiens.

Wir bekommen viel Besuch: …Zum Beispiel von Nancy Park, der Sprecherin der Olympischen Spiele 2018. Auch der Botschafter eines europäischen Landes kam vor zwei Wochen zu Besuch und sprach mit einer Grundschulklasse über sein Hobby; dem Beobachten von Wildvögeln!

Das Klischee schlechthin – Schüler haben einen Chauffeur: Chauffeure werden oft von den Firmen gestellt, für welche die Eltern arbeiten. Auch mein Freund hatte als Schüler an der International School Manila einen eigenen Chauffeur mitsamt Limousine; die Firma, welche seinen Vater ins Ausland entsandte, kam für jegliche Kosten auf. Reich macht ihn das jedoch noch lange nicht ^^. Das sind eben die kleinen Annehmlichkeiten, die Expats mit etwas Glück im Ausland erfahren. Manche Familien haben aber natürlich genügend Kleingeld und bezahlen alle Angestellten aus eigener Tasche. Die meisten unserer Schüler werden morgens ganz normal mit einem Schulbus transportiert oder von ihren Eltern gebracht.

Seollal, das Neujahr nach dem chinesischen Mondkalender, naht!

Uniform: Selbst die kleinsten, 3-jährigen Kinder tragen stolz ihre Schuluniform. Öffentliche koreanische Schulen haben ebenfalls Uniformpflicht (aber unsere Uniform ist die Schönste!!^^).

So, das war der Einblick in meine Arbeit. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ich noch einmal über meinen Job berichte. Bei Fragen könnt ihr mir immer gerne über das Frageformular oder per Instagram schreiben, ich freue mich!