Ausflüge

Tag 5 mit Jonas und Vivien

Abends an Tag 4 verließen wir den Nationalpark und fuhren etwa eine Stunde nach Yangyang. Dort übernachteten wir in einer schönen Pension direkt am Strand. Morgens früh gab uns die Besitzerin der Unterkunft einen Korb mit Frühstück. Wir hatten blauen Himmel, es war windstill, vor uns lagen Strand und Meer – was liegt da näher, als ein Picknick am Wasser?

Taemin stimmte meinem Vorschlag zu und so verließen wir unser Apartment. Die Besitzerin sah uns und war komplett überrascht: „Was macht ihr?“. Taemin zeigte ihr unsere Picknickdecke und versicherte, dass der Korb nicht sandig werden würde. Die Frau schien beruhigt und wünschte uns viel Spaß. Anschließend erklärte mein Freund mir, dass wir garantiert die ersten Gäste sind welche ein Picknick am Strand veranstalten. Auch wenn Picknicken in Korea sehr beliebt ist, findet dies nicht um 9 Uhr morgens zum Frühstück statt.

Banana!
Im Sommer ist dies ein Surfer-Spot
Tsunami-Shelter: 647m in die andere Richtung.

Vivien und Jonas verbrachten den Morgen in ihrem Zimmer, denn Vivien hatte über Nacht plötzlich Fieber bekommen. Wir entschieden uns aus diesem Grund auch, die geplante Besichtigung der nordkoreanischen Grenze ausfallen zu lassen. Stattdessen fuhren wir direkt zurück nach Seoul. Heute sind wir einfach nur froh, dass Jonas‘ Freundin ihre fiebrige Erkältung überwunden hat – viiiiel Schlaf und einer koreanischen Nudelsuppe sei Dank. Zur Grenze fahren wir bei eurem nächsten Besuch, Jonas und Vivien! 🙂

Das bei uns als „Japanisches Meer“ bekannte Gewässer wird in Südkorea übrigens „Ostmeer“ genannt. Koreaner reagieren ganz empfindlich darauf, dass die Japaner das Meer für sich beansprucht haben und auch heute noch gibt es Versuche, das Meer umzubenennen (worauf sich die Namensgeber nicht einlassen). Irgendwann zwischen 1910-1945 kam es zu der Namensgebung; das ist nämlich der Zeitraum in dem Korea von den Japanern besetzt wurde. Während dieser Zeit erstellten die Japaner eine Karte, auf welcher sie das Meer „Japanisches Meer“, nannten. Die Amerikaner benutzten jene Karten und übersetzten sie natürlich ins Englische. Diese Karten wurden anschließend weltweit genutzt und dadurch heißt das Meer auf vielen offiziellen Karten nach wie vor „Japanisches Meer“. Generell war die Zeit der Besetzung ein traumatisches Erlebnis für Korea, von daher ist die Benennung eines ganzen Meeres eine schmerzhafte Erinnerung an jene Zeit.