Seoullife

Was kostet Seoul? Teil 1

Einige Preise in Korea haben mich anfangs überrascht – positiv und negativ. Die folgende Liste entspricht meinen subjektiven Eindrücken nach drei Monaten in Busan und fast zwei Jahren in Seoul; ich konzentriere mich auf Seoul, denn selbst in der zweitgrößten Stadt Busan sieht die Lage schon wieder ganz anders aus.

Wohnen. Fangen wir mit dem schwierigsten Punkt an: Wohnraum in Seoul ist teuer. Neben den hohen Mieten findet sich das größte Problem jedoch in den Kautionen. Diese bekommt man zwar irgendwann zurück, aber wer hat schon einen vier- bis fünfstelligen Eurobetrag übrig? Als Beispiel kann ich meine letzte Wohnung nennen. Für 30 Quadratmeter Wohnfläche zahlten wir 8000 Euro Kaution. 8000 Euro für 30 Quadratmeter!! Zwar enthält Seouls Standardeinrichtung diversen Luxus wie z.B. einen Portier und ein Fitnessstudio im Haus, aaaaber man zahlt den hohen Preis ganz klar für den Quadratmeter in der Hauptstadt. Jeder will in Seoul leben. Für meine Mitbewohnerin und mich hieß das: Ohne Privatsphäre ein Jahr lang nebeneinander zu schlafen. Nur so konnten wir uns die Wohnung leisten.

Endlich aus dem Goshiwon raus: Lobby meiner ersten Wohnung in Seoul
Kaution: 8000 Euro. Platz: 30 Quadratmeter.

Airbnb’s sind in Seoul ebenfalls nicht super günstig, aber für einen kurzen Aufenthalt meiner Meinung nach die beste Lösung. Ganz ehrlich: Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, dann tut euch ein Goshiwon nicht an! Ich habe 2 Monate in einem Goshiwon gelebt. Lasst euch durch die Fotos der Weitwinkel-Kamera nicht täuschen! Die Räume sind kleiner als die vorgeschriebene Zellengröße eines deutschen Gefängnisses. Warum Menschen in diesen Zimmern wohnen? – Weil man dort keine Kaution zahlt.

Endlich meine ganz eigene Wohnung!

Auswärts essen, einkaufen. Schlechte Nachricht: Lebensmittel in Seoul sind im Durchschnitt 50% teurer als Lebensmittel in New York City. 

Nun zur guten Nachricht: Die Rede ist ja nur vom Durchschnitt und ich habe keine Ahnung, wie so etwas berechnet wird. Solange man sich nicht strikt vegan oder vegetarisch ernährt, sind koreanische Restaurants bezahlbar. Ab ca. 6 Euro bekommt man ein komplettes Gericht und diverse Beilagen. Letztere kann man sich übrigens kostenlos nachfüllen lassen! Wasser gibt es immer gratis und Getränke kosten viel weniger als in Deutschland.

Bibimbap für 6 Euro.
Samgyeopsal, pro Person etwa 10 Euro.

Ja, einkaufen war erstmal ein Schock: Da möchte man ein simples Gericht – sagen wir eine Spaghetti Carbonara – kochen und muss feststellen, dass das einzige Töpfchen Sahne im mehrstöckigen Supermarkt fast 4 Euro kostet! Milchprodukte sind teuer und rar gesät. Man vergleiche einmal die deutsche Käsetheke mit der koreanischen :). 

Das einzige existierende Einkaufsfoto von mir X.X haha sorry!

Lebensmittel sind an sich jedoch nicht teuer, sofern man sich an die koreanischen Gerichte wagt. Tteokbokki oder Bibimbap kann man in großer Menge günstig zu Hause kochen. Dafür müsste man jedoch seinen gesamten Vorratsschrank auf koreanische Gewürze umstellen und deshalb … gehe ich bisher lieber auswärts essen :D.

Worüber ich im Supermarkt ebenfalls gestolpert bin, sind die Preise von Obst. Leider gibt es frisches Obst nur in Familienpackungen. 2kg Weintrauben werden in einem Single-Haushalt schnell ungenießbar. Um Geld zu sparen, halte ich nach saisonalem Obst Ausschau. Manchmal bieten kleine, lokale Märkte Obst auch günstiger an als ihre großen Konkurrenten. Auf traditionellen Märkten gekaufte Ware würde ich allerdings gut abwaschen. 

Kleidung, Accessoires, Kosmetik. Wie in jedem Land kann man auch in Korea eine Menge Geld für Markenware ausgeben. Luxusprodukte sind hier natürlich nicht günstiger und Marken wie Zara oder H&M haben fast die gleichen Preise wie in Europa (ein bisschen teurer!). Extrem günstige Kleidung kann man in den Underground-Malls erwerben. Bekannt ist die Mall in Gangnam – einfach bei Gangnam Station aussteigen und nicht ans Tageslicht gehen ;). Wichtig: Normalerweise darf man die Kleidung in diesen Malls nicht anprobieren und es gibt nur eine Größe (free size). Unmengen wundervoller Accessoires kann man ebenfalls in den Malls kaufen. Zum Thema koreanische Kosmetik könnte ich einen ganzen Blogeintrag verfassen. Um mich kurz zu halten: Innisfree ist günstig und gilt als erste Naturkosmetik-Marke. Dort kaufe ich die meisten Produkte! Wer allerdings auf eine typisch koreanisch-niedliche Verpackung Wert legt, der sollte mal bei Etude House, Tony Moly und Skin Food vorbeischauen.

Im nächsten Blogpost geht es weiter mit den Preisen von Arztbesuchen/Behandlungen, Dienstleistungen wie Massagen, kulturellen Angeboten sowie Öffentlichen Verkehrsmitteln.