Meine Gedanken

Meine Lasik-OP im Dream Eye Center (Achtung: lang!)

Am Freitag, den 27.04., kam ich pünktlich um 17 Uhr im Dream Eye Center in Gangnam an. Susan empfing mich direkt an der Rezeption; sie war meine persönliche Assistentin und dadurch immer an meiner Seite. In einem separaten Raum erklärte sie mir bei einem Cappuccino noch einmal die Durchführung, mögliche Risiken sowie die Nachbehandlung von der Operation. Anschließend hieß es: unterschreiben und bezahlen. Somit lag das Schicksal meiner Augen in den Händen der Ärzte (und des Schwind Amaris 1050RS-Lasergerätes). 

Vor der OP wurden meine Augen ein zweites Mal überprüft. Alle Werte stimmten mit den Werten von letzter Woche überein, insofern konnte es losgehen. 

Zuerst wurde mir Blut abgenommen, um aus meinem Eigenblut Serumaugentropfen zu gewinnen. Dauert das in Deutschland wirklich 10 Tage, wie auf der Seite verkündet? In Seoul hielt ich meine Tropfen nur 30 Minuten später in den Händen. 

Vorbereitend auf die OP wurde ich nach meiner Lieblingsmusik gefragt. Klassik, Pop oder K-Pop – wobei kann ich nach der Operation im Ruheraum am besten entspannen? In einem kleinen Zimmer tauschte ich meine Schuhe gegen Puschen aus, bekam einen grünen Kittel um und die betäubenden Augentropfen verabreicht.

Ach so, vorher hatte ich noch ein kurzes meeting mit meinem Arzt :). Alle Ärzte des Dream Eye Center sprechen perfektes Englisch, weshalb man vermutlich so viele Ausländer trifft. Ein großer Kunde scheinen Samsung-Expats zu sein, denn danach wurde ich zuerst gefragt ^^. 

Bevor ich mich unter das Lasergerät legen musste, zeigte mir die Krankenschwester ein Schild an der gegenüberliegenden Wand: “Kannst du das lesen?” – “Nee, es ist zu verschwommen.” – “Glaub mir, in 15 Minuten kannst du es lesen!”.

Unter dem Laserstrahl war ich so nervös, dass man mir direkt ein Stofftier in die Hand drückte. Anschließend wurde ich warm zugedeckt und meine Augen wurden aufgespreizt, sodass ich nicht blinzeln konnte. Davor hatte ich am meisten Angst, aber es tat kein bisschen weh.

Die Operation dauert nur fünf Minuten pro Auge. Ich war beruhigt, weil alles genau so ablief wie Susan es mir erklärt hatte: Kurz wird es dunkel, keine Panik. Etwa 5 Sekunden lang riecht es verbrannt, in dem Moment wird gerade die Hornhaut aufgeschnitten (whäää). Ich hielt die Luft an und war dankbar, dass die OP-Schwester während dieser Zeit zählte: “Five, four, three, two, one.”. Dabei hielt ich das Stofftier gedrückt und konzentrierte mich auf meine Atmung. Wirklich, ich hatte unglaubliche Angst, aber die Operation tat kein bisschen weh und kaum hatte sie begonnen, war sie auch schon vorbei.

Wisst ihr, was am Ende der Op laut eingespielt wurde? – Congratulations von Cliff Richard! Ich durfte mich aufsetzen und konnte über diesen Gag schon wieder befreit lachen. Somit war die OP abgeschlossen.

Auf dem oben erwähnten Schild steht übrigens “Dreams Come True”. 

Der Kunde ist König – so persönlich, total schön!

Nach 15 Minuten im Ruheraum prüfte mein Arzt das Ergebnis und vereinbarte den ersten Kontrolltermin für den kommenden Tag. Auf dem Weg den Flur hinunter sah ich bereits Taemin im Wartezimmer sitzen. Ich sah ihn! Ohne Sehhilfe!! Verrückt :).

Komplett vermummt (Sonnenbrille, Mütze) ging es zur Apotheke 12 Stockwerke tiefer, um meine verschriebenen Medikamente abzuholen. Dort merkte ich, dass die Betäubung nachließ. Trotz dem Sonnenschutz war plötzlich alles so, so hell! Es tat weh, ich wollte nur in einen dunklen Raum. Selbst im Auto auf der dunklen Straße tat das Licht weh. Mein armer Freund musste mich wimmerndes Etwas also durch den Abendverkehr kutschieren (in seinem neuen Audi A6 wohlbemerkt, für den ich mich in dem Moment nicht begeistern konnte).

Auf dem Nachsorgezettel der Klinik steht: “Die ersten vier Stunden nach der Operation kann es zu Brennen, Jucken und starkem Tränenfluss kommen.”, Das kann ich so nur unterschreiben – drei Stunden lang brannten meine Augen extrem und ich war kurz vor der Verzweiflung. In diesen Stunden braucht man definitiv Jemanden um sich, der einen beruhigt. Nach dieser Zeit war der Spuk allerdings vorbei und ganz ehrlich – was sind schon wenige Stunden, wenn man dadurch eine komplette Sehbehinderung los wird?! 

Mein Kontrolltermin am Samstag verlief positiv – ich habe nun eine Sehstärke von 20/20, was einer gesunden Stärke entspricht. Freitag stand ich im Bad mit offener Tür und die Wasserflasche auf meiner Küchenzeile war komplett verschwommen. “Wie schön, wenn ich die Flasche morgen tatsächlich scharf sehen kann.”, dachte ich. Nun stehe ich im Bad und sehe nicht nur die Flasche vor mir- sondern auch jedes einzelne Gebäude draußen scharf! Ich brauche weder Brille noch Kontaktlinsen und die Schmerzen sind ebenfalls weg. Solange dies in den kommenden 5 Jahren so bleibt, war mir die OP das Geld auf jeden Fall wert. Im Mai muss ich meine Augen noch schützen (kein schwimmen gehen, viel Sonnenbrille tragen) und ich habe drei weitere Kontrolltermine. Hoffentlich bleibt alles so super, wie es jetzt ist – mit dem Ergebnis bin ich sehr, sehr glücklich!

Falls ihr Fragen zur Lasik-Operation in Korea habt, benutzt gerne das Kontaktformular auf dieser Seite oder meldet euch bei Instagram :).