Zuhause in Seoul

Ich ziehe um!

Endlich kann ich es sagen: Ich werde umziehen und obwohl meine jetzige Wohnung schon super ist, wird es noch besser. Spoiler?: Indoor-Pool, Saunalandschaft, tägliches Frühstücksbuffet (hallelujah). Ihr dürft also gespannt sein :). Anfang August ist es soweit, wobei mir dies in Anbetracht von sieben Wochen Heimaturlaub bereits sehr nah vorkommt. Der Umzug findet in meiner Abwesenheit statt, d.h. dass ich nach den Ferien direkt in die neue Wohnung ziehe.

Neulich las ich einen Artikel, der Expats auf die Rückkehr nach Deutschland vorbereitet. In dem Artikel heißt es: “Viele Expats pflegen einen gehobenen Lebensstil. Dieser Standard ist in Deutschland nicht zu halten und die Umstellung ist schwierig: Im Ausland waren sie Könige, im Heimatland sind sie Mittelschicht.”. 

War ich letztes Jahr noch auf mich allein gestellt, genieße ich nun den Status eines Expats. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig und da heißt es schon mal Pokerface aufsetzen – immerhin will man nicht staunend mit offenem Mund durch die Botschafterresidenz laufen (was übrigens nicht heißen soll, dass ich jetzt ständig in solchen Locations ein- und ausgehe!). Auch der Fakt, dass Angestellte für viele Kollegen selbstverständlich sind und mir sofort eine Putzhilfe vermittelt wurde, war für mich mit Gedanken verbunden: Inwiefern sind südostasiatische Angestellte in Korea vor Ausbeutung geschützt? Wie sieht ihr Arbeitsrecht aus? Welchen Aufenthaltsstatus hat meine Reinigungskraft? Geht mich das alles überhaupt etwas an? – JA! Abgesehen davon waren mir viele Tätigkeiten anfangs unangenehm und bis heute darf/braucht meine Haushaltshilfe sich z.B. nicht um meine Wäsche kümmern – das ist mir irgendwie zu privat. 

Oft führe ich mir vor Augen, dass dieses Luxusleben nicht für immer ist. Dies ist wichtig, denn jeglicher Service wird erstaunlich schnell zur Selbstverständlichkeit. Früher oder später kehre ich nach Deutschland zurück und dann habe ich die derzeitigen Annehmlichkeiten nicht mehr.

Aber warum leben Expats so luxuriös? Viele Menschen träumen zwar von einem Leben im Ausland, jedoch setzen nur wenige Personen diesen Traum um. Die Meisten sind ab einem gewissen Alter durch ihren Partner, ein Haus etc. an ihre Heimat gebunden, von daher muss guter Service die Standorte im Ausland attraktiver machen. Länder in Ostasien – wie Korea – halten sich bezüglich des Luxus noch in Grenzen, weil das soziale Gefälle zum Glück nicht so hoch ist. Wenn ich Geschichten von Kollegen höre, die zuvor in Thailand, Südafrika oder Bangladesch gearbeitet haben, kann man das kaum glauben. 

Außerhalb von Seoul dominiert eindeutig die Natur!

Besonders in arabischen, südostasiatischen oder südamerikanischen Ländern mögen Expats also behandelt werden wie Könige und dieser Luxus steigt manchen von ihnen zu Kopf. Ein Tipp des Artikels ist daher: “Werden Sie nicht überheblich.”, und dem stimme ich voll und ganz zu. Natürlich genieße ich den Moment, ich habe hart darauf hingearbeitet und bin stolz auf mich. Wenn meine Rückkehr nach Deutschland ansteht, dann habe ich jedoch anderen Luxus auf den ich mich freuen kann. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich meine Familie vermisse und wie mir die „große Waldrunde“ mit unseren Hunden fehlt!

Übrigens: Man kann nicht sein Leben lang als Expat durch die Welt reisen. Es gibt Regeln, nach denen man zwischendurch für mehrere Jahre in seine Heimat zurückkehren muss oder zumindest die Standorte zu wechseln hat.

Hier geht es zu dem erwähnten Artikel.