Für uns Hundeliebhaber

Junis kommt: Mein Traum vom Leben mit Hund in Seoul

Ganz bald ist es soweit: Nach zwei Jahren ohne meinen Hund wird mich Junis nach Korea begleiten. Natürlich habe ich eine Vorstellung, wie unser Alltag in Seoul aussehen soll. Ob das letztendlich funktioniert? – Definitiv wird es eine große Umstellung.

Die Fakten: Ich arbeite Vollzeit, bin 8-9 Stunden pro Wochentag eingebunden. Sonntags gehe ich in die Schule und erledige alles, was unter der Woche liegen bleibt. Nach der Arbeit genieße ich es, mit Kollegen etwas zu trinken oder zu essen. Wie soll da Zeit für einen Hund bleiben?

Hinzu kommt: Hunde sind in koreanischen Cafés und Restaurants selten willkommen und auf meiner Arbeit herrscht ebenfalls Hundeverbot…

Was sich ändern wird: Ich werde mehr Arbeit mit nach Hause nehmen. Ich kann nicht mehr so spontan mit Freunden losziehen.

Von 8-12 Uhr arbeite ich, dann habe ich 50 Minuten Pause. Ab August plane ich, um diese Zeit etwa 3x wöchentlich nach Hause zu gehen, mit Junis zu laufen und dabei ein kleines Mittagessen einzunehmen. 

Für die stressigsten Tage habe ich bereits meine Haushaltshilfe gefragt, ob sie Junis ausführen kann. Ein wöchentlicher Reinigungsdienst ist in meinem zukünftigen Apartment enthalten, von daher ist es für mich und meine jetzige Haushaltshilfe eine Win-Win-Situation – sie verliert ihren Job nicht, ich habe eine Hundesitterin! Sie kümmert sich auch um die Tiere anderer Kollegen und bisher habe ich nur Gutes gehört, von daher bin ich beruhigt.

Nach der Arbeit geht es ab August direkt nach Hause – alles was liegen bleibt, wird von dort aus erledigt (Stichwort: Unterrichtsvorbereitung). Spontane Pläne mit Freunden werden nicht mehr so leicht umzusetzen sein, denn zuerst muss ich mit Junis raus. Zwischen 16-18 Uhr steht der lange Tagesspaziergang an. Mindestens eine Stunde sollte der schon dauern… Ich liebe diese Auszeit mit Junis und freue mich schon sehr auf die zusätzliche Bewegung! Überlegt mal: Selbst wenn ich als sportliche Betätigung „nur mit Junis“ rausgehe, waren dies mindestens 7 Stunden pro Woche. Meine Beine sahen definitiv trainierter aus, als ich diese Stunden ablaufen musste 😛

Anschließend ist Junis müde und ich habe Zeit, um mich auf mein Sofa zu lümmeln, Stunden vorzubereiten, Klausuren zu korrigieren, Netflix zu gucken… Gegen 22 Uhr noch einmal kurz mit ihr nach draußen und anschließend schlafen.

Alles eine Frage der Organisation (hoffe ich!). 

Die ersten Wochen, in denen sich der Alltag erst einpendeln muss, werden garantiert anstrengend. Ich freue mich jedoch riesig auf das erste Treffen mit Taemin und unseren Hunden, auf den ersten Besuch im Hundecafé und auf all’ die anderen spannenden Erfahrungen.

Sollte ich mit der Situation in Korea wider Erwarten total überfordert sein, dann würden meine Großeltern Junis ab Dezember zurücknehmen. Diese Gewissheit – dass Junis notfalls in der Familie bleibt, bis ich etwas Anderes gefunden habe – beruhigt mich ganz arg!

Zuerst aber heißt es: Daumen drücken und positiv denken. Noch ist Junis nicht auf koreanischem Boden. Ich habe viel gelesen, mich vorbereitet, Geld für Impfungen beim Tierarzt gelassen, meinen deutschen Tierarzt und meinen Freund mit Fragen gelöchert, ich habe das veterinärmedizinische Amt am Flughafen angerufen, 180€ Hundegebühr pro Flug gezahlt…und hoffe, dass Junis nun auch wirklich einreisen darf. Bitte Daumen drücken 🙂