Ausflüge

(Fast) Ein Monat Deutschland

Dies ist seit zwei Jahren die längste Zeit, die ich in Deutschland verbracht habe. Was bin ich dankbar, dass das Wetter so gut mitspielt! Abgesehen von einer Stunde Koreanisch lernen pro Tag verbringe ich die Zeit fast ausschließlich im Garten oder im nahe gelegenen Freibad. Ich habe sechs meiner besten Freunde getroffen, was mittlerweile gar nicht mehr selbstverständlich ist – wohnen sie doch über ganz Deutschland verstreut und haben ebenfalls ihre Alltagspflichten!

Natürlich habe ich mich am meisten auf meine Familie sowie auf meine deutschen Freunde gefreut. Da ich jedoch immer wieder gefragt werde, was mir denn sonst so von Deutschland fehlt, hier meine…

…4+4 Dinge, auf die ich mich in Deutschland gefreut habe!

Garten. Was ist ein Garten doch für ein Luxus! Früher selbstverständlich, mittlerweile etwas Besonderes: Die Vielfalt an Blumen und Insekten, diese Geräusche und Gerüche sind wundervoll.

Regionale bzw. Bioabteilung im Supermarkt. Nein, ich kaufe weiß Gott nicht nur regional oder bio. In Korea hat man jedoch kaum die Möglichkeit dazu: Biofleisch? Selbst im größten Supermarkt unauffindbar. Eier aus Freilandhaltung? Sehr selten. Regionales Gemüse? Mit Glück findet sich eine winzige Auswahl. Niemand in Deutschland muss regional oder bio einkaufen, aber immerhin gibt es die Möglichkeit dazu.

Eisbecher. Wo sonst gibt es so tolle Eisbecher? Spaghettieis, Banana Split, Amarena-Becher und all die anderen Kreationen… In keinem anderen Land habe ich bisher diese süßen Sünden gefunden. Koreanisches Bingsu ist zwar faszinierend und auf jeden Fall einen Versuch wert, es kann für meinen Geschmack jedoch nicht mit unserem Milchspeiseeis mithalten. Bingsu ist geraspeltes Wassereis mit verschiedenen Toppings wie gezuckerter Kondensmilch, Früchte, Nüsse, Adzukibohnenpaste, kleine Stückchen Reiskuchen, gefrorener Joghurt oder Sirup.

Glückliche Kühe. Da wären wir wieder bei dem Thema Bio. Setzt euch mal in den Bus von Seoul nach Busan und zählt die Kühe. Wie viele zählt ihr? Null? – Tja, so ging es mir auch! Ich trinke gerne Milch, vorzugsweise von Tieren die auf einer Weide stehen, ganz süß ihr Gras kauen und zufrieden Muh-hen. Auch wenn es natürlich immer etwas zu verbessern gibt, ist Deutschland beim Thema Tierhaltung, -rechte und -schutz sehr weit vorn. Wie oft ich in den letzten Wochen Kuhweiden bestaunt habe, lässt sich schon nicht mehr zählen 😌.

Wir haben auch eine glückliche Kuh im Garten 😏

Deutscher Supermarkt. Die schier endlos lange Käsetheke lässt mich entzückt innehalten und während der Rest der Familie bereits an der Kasse steht, überfordert mich die riesige Auswahl an Puddings, Quarkcremes und Joghurt.

Wenig Mücken. …Außerdem sind unsere heimischen Mücken irgendwie alle groß, langsam und dumm. Selbst wenn es mal eine Mücke in mein Schlafzimmer schafft ist sie schnell erledigt, weil sie auffällig an der Wand sitzt statt sich in meiner Kleidung zu verstecken.

Barfuß laufen. Ich hatte es in einem früheren Post erwähnt: Koreaner laufen ungern barfuß durch die Natur. Selbst am Strand tragen sie lieber Schuhe. Diese Abneigung kann ich kulturell gesehen nachvollziehen, ich teile sie jedoch nicht. Im Gegenteil: Auf dem Grundstück meiner Eltern laufe ich nur barfuß und lege auch die kurze Strecke zum Freibad barfuß zurück. Das damit verbundene Gefühl von Freiheit vermisse ich in Seoul manchmal.

Natur. Nicht falsch verstehen: Korea bietet ganz viel Natur. Eigentlich besteht das Land fast nur aus Bergen und Wäldern, es ist umgeben von zwei Meeren und hat breite, saubere Flüsse. Wenn man seinen Alltag jedoch in der 10-Millionen-Metropole Seoul lebt, dann bekommt man von der ländlichen Umgebung wenig mit. In Deutschland dagegen bin ich in einer dörflichen Idylle aufgewachsen, die ich erst jetzt so richtig zu schätzen weiß. Ich liebe das Großstadtleben, habe mich aber auf meinen Urlaub inmitten von Natur gefreut.