Zuhause in Seoul

Wie läuft’s mit der Sprache?

Ich liebe Zahlen – nicht. Welch‘ Ironie, dass ich an ein Land gerate welches gleich zwei Zählsysteme aktiv verwendet! Dazu weiter unten mehr.

Momentan wird mir immer wieder die Frage gestellt, wie gut ich Koreanisch kann. Mmmh…ich lerne seit 8 Monaten Koreanisch – was unglaublich lang klingt, wird durch die nun folgenden „90 Minuten pro Woche“, relativiert. Vollzeit zu arbeiten und ganz nebenbei eine neue Sprache zu lernen, haut zeitlich nicht immer so hin. Ich hätte abends ja Zeit, um Vokabeln zu pauken, aber wenn ich mit der ganzen Arbeit-für-die-Arbeit fertig bin, dann bin ich echt k.o. und schaue lieber TV.

meine Nachricht an den Reinigungsservice
Die Gottesanbeterin fängt Mücken vor unserer Eingangstür

Trotzdem kann ich mittlerweile viel Koreanisch verstehen – lesen und hören klappt immer besser. Ich kann etwas bestellen, simplen Smalltalk halten, von meinem Tag und letztem Wochenende erzählen sowie Taxifahrern den Weg beschreiben. Letztens habe ich einem Busfahrer auf Koreanisch meine Meinung gegeigt, weil er wegen Junis gemotzt hat – ich habe ihm mit „Aber sie IST in einer Hundetasche!“, widersprochen und bin eingestiegen. Mein Gott – es gibt nun mal offizielle Regeln hier in Seoul, die gelten, auch wenn der werte Herr keine Hunde mag. Respekt vor Älteren hin- oder her, man muss sich nicht alles gefallen lassen. 

Zurück zu den Zahlen. Koreanische Zahlen sind für Menschen wie mich der reine Horror! Wie oben erwähnt, gibt es zwei Zählsysteme. In dem einen System sagt man für die Zahlen „eins, zwei, drei“: „Han(a), Dul, Set“ (Koreanische Zahlen). In dem anderen System heißen „eins, zwei, drei“ stattdessen „Il, I, Sam“ (Sino-Koreanische Zahlen).

Um Tage oder Wochen in Zahlen auszudrücken, verwendet man Sino-Koreanische Zahlen. Zum Beispiel: 3 Wochen: Sam Ju. 6 Tage: Yuk Il (Das Wort Il bedeutet nämlich nicht nur 1, sondern auch Tag, ha! Il bedeutet übrigens auch ‚Arbeit‚ und ‚Sonne‚.).

Für Monate (z.B. „In drei Monaten ist Weihnachten.“) kann man beide Zählsysteme verwenden, allerdings muss man jeweils ein anderes Wort anhängen – Sino-Koreanisch braucht die Endung „-gaewol“, Koreanisch braucht die Endung „-dal“.

Für Stunden bei Uhrzeiten verwendet man Koreanische Zahlen. Zum Beispiel: 5 Uhr: Dasot Shi.

Für Minuten bei Uhrzeiten verwendet man dagegen Sino-Koreanische Zahlen!

Sagt man also: „Es ist 5:05 Uhr.“, dann heißt es: „Dasot Shi Oh Bun.“, wobei ‚Dasot‚ und ‚Oh‚ jeweils ‚fünf‚ bedeuten – bloß in verschiedenen Zählsystemen.

Um Dinge zu zählen (z.B. 5 Flaschen Wasser) verwendet man Koreanische Zahlen.

Für Geld (z.B. 7500 Won) benutzt man wiederum Sino-Koreanisch.

…um nur mal ein paar Beispiele zu nennen… Zahlen sind echt überall, verdammt!

Ich muss wirklich üben, denn sonst bekomme ich das nie auf die Reihe. 🙂 Fragt man mich nach meinem Geburtstag, ist man selber Schuld: Ich brauche mindestens oh bun (5min) zum Überlegen!

Während ich lerne… 😀