Essen und Trinken

Koreanische Convenience Stores

Jetzt will ich schon seit 10 Minuten diesen Blogeintrag formulieren, aber Junis lenkt mich immer wieder ab. Sie ist einfach zu niedlich!

Eben war ich mit Junis spazieren und da kam mir die Idee, die Convenience Stores im Umkreis von 20 Minuten abzuklappern und aus jedem Geschäft eine ‚typisch koreanische‘ Ware mitzunehmen. Komische Idee, oder? Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass ich sehr hungrig war.

Auch wenn ich nach drei Jahren Seoul nun nicht mehr in Jubelschreie ausbreche, finde ich die Mini-Märkte nach wie vor toll. Vermutlich liegt das an den total unterschiedlichen Waren und dem Fakt, dass ich keine Angst vor unbekannten Produkten habe.

Auch wenn jedes Geschäft seine eigenen Produkte führt, findet man Folgendes überall:

Bacchus. Der Energy-Drink existiert seit 1963 und ist damit eines der Produkte, die sich schon wirklich lange in Korea halten. Ursprünglich als Hangover-Medizin beworben, wird er heute als Wachmacher verkauft. Bacchus schmeckt ähnlich wie Red Bull (undefinierbar süß). Eine Flasche kostet 0,60€. Das Getränk ist nach wie vor populär, früher oder später stolpert jeder Besucher Seouls über solch eine Glasflasche! 2016 wurde bei den 66. Internationalen Filmfestspielen in Berlin ein Drama vorgestellt, in welchem es um die sogenannten ‚Bacchus Ladies‘ geht – gealterte koreanische Prostituierte, welche offiziell dieses Getränk in Parks verkaufen, inoffiziell jedoch andere Dienste anbieten (Prostitution ist illegal in Korea).

Kalter Tee. Ungesüßter Tee ist ein beliebtes Erfrischungsgetränk. Besonders beliebt sind Getreide- und Wurzeltees. Gerstentee ist der Favorit! Ob nur alte Leute das trinken? Nein, auch meine Schüler trinken diese Teesorte sehr gerne. Ich kann mit dem Geschmack wirklich gar nichts anfangen und weiche stattdessen auf blumige Varianten aus. Ein halber Liter Hibiskustee kostet 1€ und hat nur 10kcal.

Banana Milk. In vielen Koreanern weckt diese niedliche Flasche Kindheitserinnerungen. Die Bananenmilch an sich ist nichts besonderes – sie ist süß und schmeckt, nun ja, nach Banane. Doch die bekannteste Marke in eben dieser Verpackung gibt es seit 1974, einer Zeit, in welcher exotische Früchte und Milch in Korea Luxusware waren.

Samgak Kimbap. Mittlerweile sind diese Worte selbstverständlich für mich, aber dann bekomme ich Besuch aus Deutschland und meine Freunde lachen über die lustigen Namen (Samgak Kimbap! Bibimbap!). Selbst die koreanische Sprache ist süß! Samgak bedeutet allerdings einfach nur ‚Dreieck‘. Die kleinen Dreiecke werden gerne zum Frühstück verspeist, wenn man vor der Arbeit keine Zeit für ein ausgedehntes Mahl hat. Sie bestehen hauptsächlich aus Reis und sind mit einem Algenblatt umwickelt. Es gibt unzählige Füllungen, z.B. Thunfisch-Mayo, scharf gewürztes Hühnchen, Kimchi und Aal. Ich entschied mich heute für Fischrogen-Mayo. Ein Samgak Kimbap kostet je nach Größe zwischen 0,60€ und 1,20€.

Fun Fact: Mais als Nachspeise. Zuletzt nahm ich noch eine Sache mit, die ich zuvor noch nie gesehen habe: Eine Mais-Milch! Wie die wohl schmeckt? Ganz klar nach Zuckermais! Obwohl das Getreide süß ist, passt es für mich nicht in die Kategorie Dessert. Koreaner sehen das allerdings anders und so gibt es z.B. auch bei McDonalds eine ’süße Maistasche‘ (bei uns gibt es die Tasche mit Apfel gefüllt) sowie Mais-McFlurry.

Ich selbst esse gerne mal ein Samgak Kimbap, jedoch versuche ich besonders seit ich in Korea lebe, meinen Plastikmüll zu reduzieren. Auch wenn leider die wenigsten Koreaner Wasser aus der Leitung trinken, ist das Wasser in Seoul trinkbar. Mit einem Spritzer Zitrone schmeckt es super! So versuche ich, Berge an Plastikflaschen zu umgehen. Allein von der Bananenmilch werden in Seoul fast eine Millionen täglich verkauft – unglaublich viel Plastik also.