Ausflüge

Yangpyeong, Militär und Naengmyeon

Samstag entschieden Taemin und ich uns spontan für einen Ausflug – nach Yangpyeong. Hier trat mein Freund vor genau acht Jahren seinen Militärdienst an. In Korea müssen Männer für zwei Jahre zum Militär. Die Ausbildung ist hart und es gibt kaum Möglichkeiten, dem Dienst zu entgehen. Während dieser zwei Jahre sind die Soldaten größtenteils von der Außenwelt abgeschottet, sie leben in umzäunten Kasernen und Freigang muss beantragt werden. Insofern ist es nur verständlich, dass die Zeit ein prägendes Erlebnis im Leben eines koreanischen Mannes ist – einige beschreiben es als „schlimmste Jahre ihres Lebens“. Mein Freund fand seinen Dienst jedoch ziemlich angenehm :D. Als ich ihn nach dem ‚Warum?‘, fragte, meinte er: „Man lernt Überlebenstechniken, schießen, mentales Training – und ich hatte viel Zeit zum Lesen.“. Wenn Taemin von seiner Zeit beim Militär berichtet, dann klingt es eher wie ein Spielplatz für Große ;).

Die Kreise sind Ziele, welche beim Panzerschießen getroffen werden sollten. Ein riesiges Übungsgelände.

Vermutlich kommt es auf die Sichtweise an, auf die eigenen Fähigkeiten und auch auf Glück – ob die Vorgesetzten fair sind, wohin man versetzt wird (wer zum Beispiel ganz nah an die Grenze kommt der lebt mitunter gefährlich, oder wer mitten in die Berge kommt, der muss den ganzen Winter lang sinnlos Schnee schippen) ob man gute Freunde findet und ob man insgesamt aus der Situation das Beste macht.

Day Camping in unserem Zelt 🙂

Während Yangpyeong für Taemin also mit vielen Erinnerungen verbunden ist, ist es für mich einfach eine ländliche Gegend. Einwohner Seouls schätzen die Gegend für Ausflüge, da man das Areal in 1-2 Stunden erreicht. Taemin und ich genossen also einen Tag in der Natur und Junis holte sich ihre erste Zecke!

Zum Mittagessen probierten wir Okcheon Naengmyeon, eine Variente der Mul Naengmyeon (Buchweizennudeln in einer eiskalten, mit Essig und Senf abgeschmeckten Fleischbrühe mit diversen Toppings, üblicherweise Ei, Gurke, koreanische Birne und Fleisch – sooo erfrischend im Sommer!). In Seoul bekommt man die kalten Nudeln normalerweise in Rinderbrühe serviert (Pyongyang Naengmyeon), diese Variante enthält Schweinebrühe und schmeckt dadurch ganz anders. Mir sagt die erste Version mehr zu, aber es war schön, auch diese Variante zu probieren.