Meine Gedanken

Schulalltag (Fotos: Havana ooh-na-na)

Vor ein paar Tagen hatte eine Freundin Geburtstag. Wir warteten im Lehrerzimmer ihrer Abteilung (Kunst) auf sie und ich meinte “I will give her a warm hug!”. Zwei meiner männlichen Kollegen tauschten daraufhin amüsierte Blicke und Greg meinte “Is that a thing in Germany? Warm hugs because it’s so cold?”. Ich meinte natürlich eine “warme Umarmung”, aber die direkte Übersetzung kennt man im Englischen nicht.

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Viel zu oft vergesse ich diese lustigen Momente im Arbeitsalltag. Manchmal jedoch finde ich Zeit, sie mir aufzuschreiben. 

Hier die Top 4 der deutschen Wörter, welche englischsprachige DaF-Schüler zum Lachen bringen: 1. damit (damn it), 2. womit (vomit) 3. Konjugation von fahren: ihr fahrt … eigentlich alles mit -fart -fahrt (Busfahrt, Bootsfahrt, Abfahrt) und das Beste zum Schluss ist ein Adjektiv: 4. dick

Tja. Die Schüler – und meine Kollegen übrigens auch – kringeln sich vor Lachen, wenn ich dick sage (kommt übrigens nicht so häufig vor). Immerhin kann sich wirklich jeder Schüler dieses Adjektiv merken :P.

Meine Anfänger lernten zu Beginn des Schuljahres die Jahreszeiten. Als ‘Belohnung’ erstellte ich vor der Stunde ein Kahoot-Spiel. Eine meiner Fragen lautete: “Wie heißen die Wintermonate?”. Meine als richtig empfundene Antwort: Dezember, Januar, Februar. 

Ein Schüler verbesserte mich prompt: ‘Wintermonate’ seien abhängig davon, wo man herkommt. In Australien zum Beispiel sind die offiziellen Wintermonate Juni, Juli und August. Wo er Recht hat, hat er Recht. 6. Klasse! Und dieses Kind kommt nicht einmal aus Australien. So etwas lernen die Schüler einer IB-Schule voneinander und das finde ich super :).

Beste Kolleginnen – wir kommen aus 5 Ländern 🙂

Spannend ist, dass fast alle Kinder und Jugendliche in mehreren Ländern gelebt haben (sogenannte Third Culture Kids). Fiktives Beispiel: Der Vater kommt aus Deutschland, die Mutter aus Russland. Aufgrund der beruflichen Situation der Eltern wurde das Kind in Paris geboren. Drei Jahre später zog die Familie nach Bali und lebte bis zum 10. Lebensjahr des Kindes in Indonesien; es ging dort auf eine internationale Schule mit der Unterrichtssprache Englisch. So ein Kind spricht oft ganz selbstverständlich 4 Sprachen fließend.

Dementsprechend groß ist aber vor allem auch sein/ihr Wissen über verschiedenste Kulturen…mich beeindruckt das immer wieder und die Schüler lernen nicht nur von mir, sondern ich kann auch von ihnen etwas lernen bzw. mein selbst erlerntes – sehr auf Europa und Nordamerika zentriertes – Schulwissen kritisch hinterfragen.

Vielleicht merkt man es? Ich liebe meinen Job!