Meine Gedanken

Winterferien in Deutschland

Letztes Jahr war Taemin mit mir in Deutschland, um unser wichtigstes Fest zu erleben und meine Familie kennen zu lernen. Ein Jahr später ist T mein Verlobter, muss aber leider in Korea arbeiten. Ich genieße also zwei Wochen allein in der Heimat: Familie, Freunde und sehr viel leckeres Essen!

Und wie jedes Jahr fallen mir sofort Dinge auf. Positive sowie negative Elemente in unserem Deutschen Alltag, der gar nicht mehr so mein Alltag ist.

Bettzeug. Mein liebstes Bettzeug gibt es in Deutschland! Während ich in Frankreich und Kanada eingequetscht wie Teil eines Sandwichs zwischen mehreren Decken lag, die seitlich unter die Matratze gestopft wurden, es in Australien nur ein hauchdünnes Bettlaken gab (ok, es waren auch ü30 Grad) und ich mich mit den Koreanischen Steppdecken ebenfalls nicht anfreunden kann, lobe ich mir das Deutsche Bettzeug. Es ist so … gemütlich!

Essen. So viel Auswahl! So viel Käse! Frühstücksbrötchen! Laugenstangen! Bioprodukte kosten in Deutschland außerdem weniger als Nicht-Bio-Produkte in Korea; da schlage ich wirklich zu.

Unverpackt. Neben ganzen unverpackt-Läden wird selbst in den großen Supermärkten auf plastikfreie Verpackungen sowie regionale und saisonale Lebensmittel geachtet. Dies spiegelt ja irgendwie auch das Interesse der Gesellschaft wider (hoffe ich zumindest). In Seoul sieht die Sache noch anders aus.

Schroffheit. Auch wenn ich die Deutschen allgemein als freundlich empfinde, lässt sich eine gewisse Schroffheit im Service nicht wegdiskutieren. Nach zwei Tagen in der Heimat kann ich bereits ein Beispiel nennen: Ich reservierte einen Tisch online, erhielt jedoch keine Bestätigung. Sicherheitshalber rief ich das Restaurant an, da ich wissen wollte, ob meine Reservierung für 9 Personen durchgegangen war. Die Antwort (wirklich!!!): „Du, wir sind hier kein Büro und hatten noch keine Zeit, nachzuschauen.“. Könnte man den Inhalt  dieser Aussage in freundlichen Worten verpacken? – Definitiv!!

Meine Devise lautet übrigens seit Jahren Kill them with Kindness. Einfach immer suuuper freundlich und verständnisvoll bleiben („Oh natürlich, das verstehe ich vollkommen. Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Abend.“). Das treibt unfreundliche (= frustrierte) Menschen zur Weißglut. Und sie können nichts dagegen tun. Nichts. Hehe. 😛

Generell finde ich jedoch, dass patzige Worte gegenüber Kunden nie akzeptabel sind, selbst wenn das Restaurant im Moment meines Anrufs überfüllt ist oder private Probleme die schlechte Laune auslösen. Verglichen damit muss ich sagen: In Korea ist der Kunde wirklich König. Im Alltag sind aber natürlich auch nicht alle Koreaner freundlich – besonders ältere Menschen können sich Hierarchie-bedingt so einiges rausnehmen, was ich von meiner kulturellen Sichtweise her als dreist empfinde.

Vegetarische und vegane Produkte. Wenn ich über das Thema schreibe, habe ich immer das Gefühl, Folgendes sagen zu müssen: „Ich bin zwar kein Vegetarier, aber…“. Aber es ist doch ganz egal! Ich esse gerne auch mal Sojasteak oder Teewurst auf Erbsenbasis. Hier gibt es so viel Auswahl, dass ich sprachlos Fotos vom Regal machen musste.

Kleingeld. Wir Deutschen können uns ein Leben ohne unsere dicken Portemonnaies voller Münzen nicht vorstellen. Oder? Nervt uns das nicht mittlerweile alle? Wie schön wäre es, wenn man selbst 10-Cent-Beträge mit Karte zahlen könnte und dieser Weg der Bezahlung an sämtlichen Automaten (Getränke, Fahrkarten) problemlos möglich wäre? – Willkommen in Korea. Willkommen in Schweden. Willkommen in…naja, jedenfalls nicht in Deutschland.

Drogerieartikel. Meiner Meinung nach bieten dm und Rossmann wesentlich bessere Produkte an als die Koreanischen Geschäft Olive Young und LOHBs (in Seoul stehen übrigens auch gerade alle auf dm!). Besonders die Kosmetik passt besser zu meiner sehr trockenen Haut. Zwar ist Koreanische Kosmetik weltweit beliebt, mich haben jedoch nur ein paar Produkte überzeugt.