Zuhause in Seoul

Samstag, 25.4.20 Alltagsblog

Mein letzter Alltagsblog ist Monate her, dabei hat das Format immer viele Klicks. Es fällt mir außerdem leichter, ein paar Fotos zu machen, anstatt ständig Instagram-Stories zu drehen. So konnten Taemin und ich den gemeinsamen Tag genießen und nun gönne ich mir eine gemütliche Auszeit auf dem Sofa. Schreiben gehört definitiv zu meinen Hobbies!

7:00-8:00 Uhr. Der Morgenspaziergang mit Junis ist Samstags am schönsten: alles schläft noch und wir haben den Park fast für uns. Ich bin übrigens seit eh und je ein Morgenmensch; meine innere Uhr weckt mich zuverlässig.

8:00-10:30 Uhr. Taemin dagegen ist ein Langschläfer. Kurz vor unserer Wohnung machte ich einen kurzen Stopp beim Bäcker. Dort besorgte ich mir ein Milchbrötchen und für T gab es ein großes Sandwich. Wieder daheim machte ich mich fertig und las. Dank des Kindle komme ich endlich wieder zum Lesen! Mit vielen anderen Kolleginnen bin ich in einem ‚Buchklub‘. Wir lesen jeden Monat ein Buch, welches sich eine von uns ausgesucht hat. Bis kommenden Mittwoch muss ich Die Hälfte der Sonne durchgelesen habe. Und den Kindle besitze ich erst seit 4 Tagen… Glücklicherweise lese ich ja sehr schnell und bin schon auf Seite 350 (von 600)! Das Buch ist aber auch super geschrieben…sehr real, aber auch sehr brutal. Eine Kollegin aus Südafrika hat es sich ausgewählt. Durch das Buch erhalte ich zum ersten Mal einen kleinen Einblick in den nigerianischen Alltag und möchte nun unbedingt mal die Spezialitäten dort probieren; Jollof Reis, Pepper Soup und Moi Moi klingen total lecker! Wenn ich die Wahl habe, dann lese ich übrigens am liebsten in meiner Muttersprache. Kurz nach 10 Uhr verspürte ich erneut Hunger und aß die Reste der Proteinbowl von Sprout – ein Essenslieferant. Dort schnitt ich auch eine Banane hinein. Kurz nach halb elf wachte Taemin endlich auf.

11:30-14:00 Uhr. Mit Junis auf meinem Schoß machten wir uns auf den Weg; da Samstag unser gemeinsamer freier Tag ist, unternehmen wir immer einen Ausflug. Heute zeigte mir Taemin einen Ort, der zu seiner Studenten-Zeit noch ein lokaler Geheimtipp war und sich erst in den letzten zwei Jahren herumgesprochen hat. Ausländische Touristen sieht man trotzdem noch keine 🙂 . Es handelt sich um Baeksasil, auch als Secret Valley (Geheimes Tal) bekannt.

Für einen Ort, der buchstäblich im Zentrum einer Metropole mit 11 Millionen Einwohnern liegt, bietet der Wald eine überraschende Vielzahl an Wildtieren – z.B. Schwarze Salamander sowie die Orientalische Feuerbauchkröte. Aber auch vor Wildschweinen wird gewarnt; das erste Mal, dass ich überhaupt so ein Schild in Korea sah. Das gesamte Gebiet wurde als ökologische Schutzzone ausgewiesen und somit werden Besucher darum gebeten, auf den Wegen zu bleiben.

Auf dem Weg in den Wald kommt man an Hyeontongsa vorbei, einem kleinen buddhistischen Tempel – bewohnt von drei Mönchen – auf einem Wasserfall. Sobald eine Brise aufkommt, kann man dort die Klänge der Windspiele genießen, welche sich mit dem Plätschern des fallenden Wassers vermischen.

Der Wald selbst ist ein traumhafter Ort mit alten Teichen, plätschernden Bächen und Sonnenstrahlen, die das dichte Blätterdach durchdringen. Wir hatten uns auf dem Weg nach oben mit Kimbap eingedeckt und veranstalteten gegen 13 Uhr ein kleines Picknick. Für Taemin ist der Ort bedeutend, da er hier öfter mit seinen Uni-Freunden wandern war.

14:30-18:00 Uhr. Nachmittags verbrachten wir Zeit in der Wohnung. Zwischendurch ging ich noch einmal mit Junis spazieren.

18:00-20:00 Uhr. Abendessen! Anfangs war mein liebstes koreanisches Essen Samgyeopsal. Das ist gegrillter Schweinebauch. Klingt erst einmal nicht so besonders. Beim Koreanischen BBQ nicht zu unterschätzen ist die Vielzahl an Beilagen! Seit ich in Sangam-dong lebe, entwickelte sich Lamm-BBQ zu meinem absoluten Favoriten. Das Fleisch ist teurer, aber auch hochwertiger. Es ist außerdem weniger fettig – meinen Samgyeopsal-Konsum habe ich mittlerweile auf ein Minimum (etwa 4x pro Jahr) reduziert. Lamm wird natürlich in verschiedenen Regionen unterschiedlich gegrillt … ich bevorzuge die japanische Variante, gestern probierten wir die Nord-chinesische Variation. Das Lamm-Lokal ist momentan einer der Hot Spots in unserem Wohnbezirk; aber das ändert sich schnell 🙂

nach 20:00 Uhr. Wir schauten Orphan Black und gingen noch eine Abendrunde mit Junis. Was für ein schöner Tag!