Meine Gedanken

16 Fakten aus dem Alltag in Korea

Hallöchen! Uns geht es super, wenngleich wir uns Sorgen um den Sommerurlaub machen. Das heißt: ICH mache mir Sorgen 😀 Junis macht sich darum wohl eher keinen Kopf. Meinen Flug könnte ich problemlos auf den Winter umbuchen, es ist eher das Mentale: Ich freue mich seit einem halben Jahr auf meine Familie! Trotzdem vergesse ich nicht, wie gut wir es haben. Vielleicht wird in diesem Sommer alles anders – aber das heißt nicht, dass es schlechter wird.

So – nun zu 16 Fakten aus dem Koreanischen Alltag.

  • Die meisten Restaurants haben einen Buzzer-Knopf am Tisch, mit dem man die Bedienung ruft.
  • Masken werden aus den unterschiedlichsten Gründen getragen und sind deshalb immer im Alltag zu sehen: wenn man selbst erkältet ist, wenn die Luft schlecht ist oder wenn man einfach mal schnell ungeschminkt zum 7/11 huscht. Auch Kleinkinder sind bereits an das Tragen gewöhnt und nein, sie ersticken nicht.

  • Frauen gehen selten raus, ohne sich schick zu machen. Makeup, gemachte Haare, ein stylisches Outfit sowie hohe Schuhe und eine Designertasche gehören zum Cafébesuch dazu.
  • Einen der beliebtesten Alkohole, Soju, gibt es für unter 1€ pro Flasche. Soju hat typischerweise einen Alkoholgehalt von 20%. Er wird von vielen Menschen auch unter der Woche – zum Beispiel bei „Geschäftstrinken“ (Hoesik) – konsumiert.
  • Nach einem Hoesik bestellt man sich einen Chauffeur, welcher einen im eigenen Auto vom Restaurant bis vor die Haustür fährt. Sich selber hinter das Steuer zu setzen ist nämlich nur mit unter 0,03 Promille erlaubt.
  • In jedem noch so kleinen Supermarkt findet sich eine Vielzahl an Hangover-Getränken für den Morgen danach. Man muss ja zur Arbeit.

  • Essensbestellungen werden manchmal mit echten Tellern geliefert, die ein Fahrer wieder abholt, wenn man fertig ist. Man stellt das benutzte Geschirr dann einfach vor die Wohnungstür und bittet per App um Abholung.
  • 2018 hat Südkorea die erlaubte Arbeitszeit von 68 auf 52 Stunden pro Woche reduziert.
  • Niesen wird höflich ignoriert. Einen Ausruf wie „Gesundheit“ gibt es nicht.
  • Jüngere Pärchen ziehen sich oft das Gleiche an; das kann ein ganzes Outfit sein oder aber auch nur dieselben Schuhe. Es gibt extra Onlineshops für den perfekten Paarlook.

  • Selbst an den schwülsten Sommertagen tragen viele Menschen Handschuhe oder eine Art Stulpen an den Armen, um sich vor der Sonne zu schützen. Außerdem verwenden sie überdimensionale Kopfbedeckungen oder einen Parasol, wenn sie herumlaufen. Ältere Frauen perfektionieren dies, weshalb sie etwas gruselig aussehen (Gesichtsmaske, Sonnenbrille, überdimensionale Kopfbedeckung, Armstulpen, Handschuhe – bei 30 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit) 😀 Taemin nennt sie deshalb Ninja Ahjumma (Ahjumma = Frau ab mittlerem Alter).
  • Die meisten Koreaner haben überhaupt keinen Schweißgeruch. Deodorants sind aus diesem Grund schwer zu finden. Mittlerweile gibt es zwar eine Auswahl an Deos bei Olive Young, aber noch vor drei Jahren musste ich es immer aus Deutschland mitnehmen.

Manchen Menschen fehlt das Protein ABCC11. ABCC11 ist ein Zellmembrantransporter, der bestimmte Stoffwechselprodukte aus den apokrinen Zellen absondert. Die Mutation ist vor allem im ostasiatischen Raum verbreitet. Beispielsweise haben nahezu alle Koreaner kein ABCC11-Protein, weshalb sie einen nur sehr schwach ausgeprägten Körpergeruch besitzen.

  • Ältere Menschen mögen zierlich aussehen, manche von ihnen benehmen sich jedoch wie Bulldozer. Sie laufen eine gerade Linie und rempeln alles an, was nicht rechtzeitig aus dem Weg springt. Laut Taemin sind das unhöfliche Menschen – seine Eltern oder Großeltern würden dies nicht tun. Allerdings sollte man sich nicht zu sehr darüber aufregen geschweige denn laut werden, denn aufgrund der Altershierarchie dürfen sich ältere Menschen mehr rausnehmen. Wer sich in der Öffentlichkeit mit älteren Leuten anlegt, tut sich selbst keinen Gefallen. Also: Schnell aus dem Weg springen 🙂

  • Für Koreaner sind Kinder bei der Geburt bereits ein Jahr alt.
  • Freunde des gleichen Geschlechts umarmen sich häufiger, lehnen ihren Kopf an die Schulter des Anderen oder massieren sich den Nacken. Dafür gibt es ein Wort: skinship. Das Verhalten hat keine sexuelle Komponente, sondern ist rein freundschaftlich.
  • In vielen Toiletten finden sich Mülleimer für das Toilettenpapier, um ein Verstopfen der Rohre zu verhindern. Oft wird mit einem Schild auf Koreanisch und Englisch darauf hingewiesen. Das lustigste falsche Englisch, welches ich jemals in diesem Zusammenhang gelesen habe, war: Please don’t throw used paper, sanitary pads and other foreigners into the toilet*. Ha!

Alle Fotos sind auf unserem Abendspaziergang am 24.4. im Distrikt Mapo (Digital Media City) entstanden.

(*Bitte werfen Sie kein gebrauchtes Papier, Binden und andere Ausländer in die Toilette.)

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