Meine Gedanken

August 2020 Buchrezension

Das Ende eines Monats bedeutet immer: Buchrezension! Ich liebe diese Rubrik, allerdings gibt es nun eine kleine Änderung: Die “Empfehlung” lasse ich weg. Nur weil mir ein Buch nicht gefällt, heißt es ja noch lange nicht, dass es anderen Lesern auch missfällt. Insofern mag ich keine Punkte mehr für Bücher vergeben. 

Ein kleines Extra gibt es auch noch; Ist das Dessert im Blumentopf nicht niedlich? Früher musste man dafür extra zu einem Café nach Gangnam fahren, momentan gibt es den Kuchen abgepackt im CU (ein convenience store, der sich an jeder Ecke findet). Alles in dem Topf ist essbar – Schokokeks-Krümel, Sahne,  weicher Kuchenteig und weiße Schokolade. YUM!

Zurück zu den Büchern: Im August dominieren noch einmal die Psychothriller. Kommenden Monat wird es wieder leichtere Literatur geben. Los geht’s!

Saving Grace – Bis dein Tod uns scheidet von B.A. Paris ist ein Psychothriller – und die Betonung liegt dieses Mal auf psycho. Meiner Meinung nach spielt der Originaltitel „Behind Closed Doors“ (Hinter verschlossenen Türen) besser auf das Thema an: Die Hauptprotagonistin Grace heiratet den perfekten Mann – kurz darauf entpuppt sich dieser jedoch als Monster. Für Grace beginnt ein Alptraum, den niemand in ihrem Umfeld zu bemerken scheint.

Beim Lesen dachte ich mehrmals „Ich bin nicht so. Ich würde mich stärker wehren, vieles anders machen, mich schneller aus der Situation befreien.“ Aber mit fortschreitender Handlung merkt man, dass es nicht so einfach ist.

Das Buch habe ich verschlungen, auch wenn ich im Nachhinein denke, dass die Autorin mehr aus ihrer Idee herausholen könnte. Einige Fragen bleiben offen. Dennoch finde ich den Thriller spannend und lesenswert. Gelesene Sprache: Deutsch.

Lieblingskind von C.J. Tudor ist wieder einmal ein Thriller, der in verschiedenen Zeiten spielt. In der Vergangenheit lernt der Leser den jugendlichen Joe kennen. Man nimmt an seinem Alltag teil, welcher bis hin zur verhängnisvollen Nacht führt… Das Verschwinden seiner kleinen Schwester in jener Nacht ist ein zentrales Ereignis in Joes Vergangenheit und bildet den Rahmen des gegenwärtigen Geschehens. Als erwachsener Mann kehrt er in sein Heimatdorf zurück, um die Vergangenheit aufzuarbeiten. Dabei hat Joe selbst etliche Päckchen zu tragen, beispielsweise seine Spielsucht.

C.J. Tudor ist es gelungen, einen Loser zum sympathischen Hauptcharakter ihres Thrillers zu machen. Mir gefällt es, dass Joe seine menschlichen Makel hat und alles andere als perfekt ist. Ich habe das Buch zügig durchgelesen und fühlte mich insgesamt gut unterhalten. Leider wurde die Story immer unrealistischer. Das Ende hat mich aus diesem Grund weder positiv überrascht, noch enttäuscht. Gelesene Sprache: Deutsch.

Belladonna von Karin Slaughter habe ich gelesen, weil ich schon andere Werke der Autorin gut fand. Dieses Werk ist ihr Debütroman aus dem Jahr 2001. Die Story spielt in der Kleinstadt Hartsdale; dort wird das friedliche Leben urplötzlich von einem blutigen Mord überschattet. Schnell ist klar: Das wahre Grauen des Opfers begann schon lange vor seinem Tod. 

Die Gerichtsmedizinerin Sara Linton muss sich kurz darauf eingestehen, dass ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit den Fall aufklären- oder aber ihrem Leben ein brutales Ende setzen könnte. 

Die Geschichte ist spannend, obwohl ich finde, dass sich Karin Slaughter im Laufe ihrer Karriere verbessert hat. Teilweise stören altmodische Details, z.B. wenn per Fax kommuniziert wird. Handys wurden um 2000 scheinbar gerade für die breite Masse zugänglich, werden also als unglaublich moderne – nicht alltägliche – Gegenstände behandelt. Eine überarbeitete Auflage könnte Abhilfe verschaffen. Gelesene Sprache: Deutsch.