Essen und Trinken · Meine Gedanken

ZUnehmen in Korea

Manchmal bekomme ich Sätze wie “Also ich würde in Korea garantiert abnehmen. Ich wüsste nicht, was ich essen soll und die hygienischen Verhältnisse sind doch auch nicht, wie bei uns…”, zu hören. Natürlich sollte man immer – in jedem Land – vorsichtig sein, aber solche Ängste sind das Resultat von Vorurteilen und Verallgemeinerungen. Da kennt man die Geschichte von dem-Kollegen-eines-Schwagers, der irgendwo in Asien Durchfall hatte. Oh dear. Nach solchen Gesprächen empfinde ich meistens Mitleid. Wir haben nur ein Leben. Warum sich von Geschichten so einschüchtern lassen, statt die Welt selbst zu entdecken?

Die gute Nachricht an Alle, die Respekt vor Gerichten mit ungewöhnlichen Namen wie Bibimbap (bedeutet übrigens nur “gemischter Reis”) haben: Im stinknormalen, koreanischen Supermarkt findet sich eine große Auswahl an westlichen Produkten uns bekannter Marken. Sei es Knuspermüsli oder Pizza von Dr. Oetker, Tomatensauce von Barilla oder Haferflocken von Quaker.

Grundsätzlich kann man sich in Korea gesund ernähren. Gemüse aller Art gibt es preiswert auf kleinen Märkten in der Nachbarschaft oder im normalen Supermarkt. Im Gegensatz dazu gibt es natürlich jegliche Fastfood-Kette, die wir auch aus Deutschland kennen (und noch mehr). Wenn ich mit Junis morgens 30 Minuten spazieren gehe, komme ich an Dunkin Donuts, McDonalds, KFC, Burger King, Baskin Robbins, Mom’s Touch, Subway und Lotteria vorbei… 

Aber heute geht es um die unendlich vielen Gemischtwarenläden – in Berlin vielleicht als Späti bekannt, die perfekte Übersetzung habe ich noch nicht gefunden. Auf besagter Morgenrunde passiere ich sage und schreibe ACHT solcher Läden! Sechs 7/11, ein CU und ein GS25. Haha, ich liebe es! Drei dieser Läden haben 24 Stunden pro Tag an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Angeboten wird viel abgepacktes Zeug. Gesund? Nein. Kann man davon zunehmen? Oh, ja! Chips, Süßigkeiten, Softgetränke, Alkohol, Kaffeegetränke, Eis, fertige Bento-Boxen, gefüllte Reisdreiecke (Samgak Kimbap) und Teigtaschen (Mandu) sowie Ramen jeder Geschmacksrichtung. Ein Paradies, wenn man um 2 Uhr morgens hungrig wird 😛

Milch/Joghurtgetränke

 

Instant-Ramen

 

Finde Junis 😉

Besonders toll? Das Sortiment wechselt ständig. In Deutschland setzt man eher auf Tradition. Menschen kaufen über Jahre hinweg “ihr” Bier oder “ihre” Snacks. In Korea verlangt der Kunde täglich nach etwas Neuem, und genauso schnell wechselt das Sortiment im Supermarkt. Diese “Schnelligkeit” genieße ich in Korea total; es wird nie langweilig!

So, nun aber zu den Lebensmitteln, die ich ausprobiert habe. Natürlich griff ich nicht zu Haribo & Co., denn das kennt ihr ja.

Macarons mit Käse. Getarnt als Burger, wie niedlich! Da steckt tatsächlich eine dünne Scheibe echter Cheddar drin, ich war sprachlos! Die Macarons schmecken total eigenartig. Süß oder salzig? Ich weiß es nicht. Aber hübsch aussehen tun sie.

Süßkartoffel. Brot. Es sieht aus wie die perfekte lila Süßkartoffel, ist jedoch ein Brot. Mit süßem Süßkartoffelgeschmack. Schmeckt total authentisch, aber da hätte ich mir halt auch eine Süßkartoffel kochen können :). Ob orange oder lila: Die Knolle ist in Korea total beliebt und findet sich als Pizzabelag, warmer Latte oder Kuchen an so ziemlich jeder Straßenecke. Hier also etwas, das ihr vielleicht noch nicht über Südkorea wusstet 🙂 In diesem Land leben viele Süßkartoffel-Fans! Ps: Wie oft habe ich nun das Wort Süßkartoffel benutzt?!

Reiskuchen. Jede Koreanerin, die auf Diät ist, wird einen großen Bogen um Reiskuchen (Gyeongdan, in Deutschland kennt man meistens nur die japanische Bezeichnung Mochi) machen. Die kleinen Dinger haben echt viele Kalorien! Diese spezielle Variante entdeckte ich heute neu im CU: Reiskuchen, gefüllt mit roten Bohnen und Butter. Gewälzt wurden sie dann noch in hellem Bohnenpuder. Schmeckt süßer, als es klingt. Mein heutiger Favorit!

Der Ginseng-Kaffee von Starbucks gehört Taemin, ich mag den Geschmack der Wurzel wirklich nicht 🙂 Über das viele Plastik lässt sich natürlich nicht hinwegsehen, allerdings kommt man im normalen Supermarkt auch nicht drumherum – oft sind sogar Möhren einzeln eingeschweißt.