Meine Gedanken

Dezember 2020 Buchrezension

Es sind -15 Grad Celsius! Was gibt es Besseres, als bei diesen Temperaturen mit einem Becher Kaffee und wärmenden HotPacks in guten Büchern zu schmökern? Im Mai begannen meine Buchrezensionen. Seitdem schaffte ich es, 14 Werke zu lesen. Etwas verspätet nun meine Dezember-Buchrezension.

The Dinner List von Rebecca Serle dreht sich um eine interessante Thematik: Welche fünf Menschen – lebendig oder bereits verstorben – würdest du zu deiner Dinnerparty einladen? Diese unschuldige Liste, welche Sabrina auf Drängen ihrer besten Freundin zu Studienzeiten verfasst hat, wird an ihrem dreißigsten Geburtstag wahr. Plötzlich sitzen Audrey Hepburn, Sabrinas Vater Robert, ihre beste Freundin Jessica, der Uni-Professor Conrad und ihr Ex-Verlobter Tobias gemeinsam an einem Tisch. 

Die Kapitel wechseln zwischen Gegenwart – das ungewöhnliche Abendessen – und Vergangenheit. Zum Ende hin rührte mich die Lektüre zu Tränen. Natürlich habe ich mich auch gefragt, welche Personen ich auf meine Liste schreiben würde.

Zwar bleibt Rebecca Serles In Five Years mein Favorit, aber auch dieses Werk hat mich keineswegs enttäuscht. Besonders gefällt mir die Art, wie sie New York City beschreibt. Jegliches Lokal, welches sie erwähnt, gibt es in Wirklichkeit und man bekommt selbst Lust, in einem dieser Restaurants einzukehren und das geschäftige Treiben der Stadt zu beobachten. Man merkt einfach, dass die Autorin ihre eigene Lieblingsplätze präsentiert, und das gefällt mir! Gelesene Sprache: Englisch.

Dunkelgrün fast Schwarz von Mareike Fallwickl handelt vordergründig um Freundschaft, aber dann ist da so viel mehr: Liebe, Verrat, Familie, Geheimnisse – alles, über was man in einer deutschen Kleinstadt eben so stolpert. Im Vordergrund stehen die Charaktere Moritz und Raffael, Freunde seit sie 3 sind, aber so unterschiedlich wie Yin und Yang. Vielmehr mag ich auch nicht verraten, aber deutlich wird schnell: Der Eine tut dem Anderen nicht gut.

Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, eine recht bildliche Sprache mit schönen Vergleichen. Auf jeden Fall finde ich, dass man sich mit der Umgebung identifizieren kann, wenn man selbst in einem Dorf aufgewachsen ist. Auch die zentrale Dreiecksbeziehung zwischen den beiden Jungen sowie dem Mädchen Johanna kann ich nachvollziehen – zwar nicht in dieser Konstellation, aber gerade zu Schulzeiten gab es schnell Probleme, wenn z.B. die allerbeste Freundin plötzlich eine neue Freundin anschleppt.

Allerdings kam mir beim Lesen immer wieder ein Wort in den Sinn: untätig. Besonders Moritz‘ Mutter handelt sehr langsam oder gar nicht, was ich persönlich nicht nachvollziehen kann. „Selbst Schuld“, kam es mir öfter in den Sinn. Das Ende gefiel mir dann jedoch gut. Insgesamt ist es ein Werk, welches ich sehr gern gelesen habe. Gelesene Sprache: Deutsch.

Meine absoluten Favoriten aus 2020 sind definitiv Rebecca Serle’s In Five Years sowie Pachinko von Min Jin Lee. Pachinko empfehle ich allen, die sich für Korea interessieren. Der Deutsche Titel lautet „Ein einfaches Leben„. In Five Years ist nicht so wie es scheint, sondern besser 😉 allerdings momentan nur auf Englisch erhältlich.

Lieblingssong momentan: BewhY – Side by Side. Wenn ihr euch für Horrorserien (Stranger Things, Kingdom) interessiert, dann schaut unbedingt Sweet Home auf Netflix! Es ist momentan der Hype in Korea (daher auch der Song, im Grunde lautet der Refrain Sieh‘ nach vorne und renn‘, denn dies ist Sodom.). Die Serie läuft mMn auch auf Netflix Deutschland.